3 Tage in Barcelona – Gaudí, der Mann, der die Stadt baute – Tag 2

Nützliche Informationen on 7. März 2012 13:15
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Barcelona ist wie keine andere Stadt der Welt für seine Architektur berühmt. Am ersten Tag dieser 3-tägigen Tour durch Barcelona konnten wir viele Eindrücke über die Ursprünge der Stadt sammeln, Jahrhunderte alte Handwerkskunst bewundern und einmalige Ecken im ältesten Teil der Stadt erkunden.

Um nachvollziehen zu können, wie sich diese Ursprünge weiterentwickelten und letztlich in der brillanten Vorstellungskraft des berühmten Antoni Gaudí mündeten, muss man die Altstadt verlassen und zum modernen Viertel L’Eixample gehen. Dort erwarten einen herrliche Veranschaulichungen des Modernisme, der Kunstströmung, mit der Gaudí am häufigsten in Verbindung gebracht wird und die Barcelona auch heute noch ausmacht.

Hospital Sant Pau von Menes on the rocks   Hospital Sant Pau

10:00 Uhr – Das Krankenhaus mit den meisten Verzierungen der Welt?

Der Tag beginnt nördlich des Eixample am Hospital de la Santa Creu i Sant Pau. Dieses eindrucksvolle Bauwerk wurde von Lluís Domènech i Montaner errichtet (diesen Namen sollte man mal versuchen rückwärts auszusprechen!). Er war auch der Architekt des Palau de la Música Catalana, den wir am Vortag gesehen haben. Das Gebäude wurde bis 2009 als Krankenhaus genutzt und wird momentan in ein Museum und Kulturzentrum verwandelt. Es ist die erste von vielen UNESCO-Welterbestätten, die wir heute zu Gesicht bekommen werden. Um 10:00 Uhr beginnt hier eine Führung auf Englisch, die jedoch im Voraus gebucht werden sollte.

11:00 Uhr – Ein Meisterwerk, das noch im Entstehen ist

Nach einem 10-minütigen Spaziergang erreicht man das Gebäude in Barcelona, das man auf keinen Fall verpassen sollte: Gaudís Meisterwerk, die Basilika Sagrada Família. Es ist beinahe unmöglich, die vielen liebevollen Details an der Außenfassade der Basilika in ihrer Gesamtheit zu erfassen. Dieses Gebäude ist das Wahrzeichen schlechthin von Barcelona. Es hat schon immer entweder große Bewunderung oder ehrlichen Abscheu bei den Betrachtern hervorgerufen (George Orwell bedauerte die Tatsache, dass die Basilika nicht wie viele andere Kirchen in der Stadt während des Spanischen Bürgerkriegs zerstört worden war).

Als Gaudí den Bau der Sagrada Família in Angriff nahm, wollte er seiner von Kummer und Sorgen geplagten Stadt ein ganz besonderes Geschenk von hohem künstlerischem Wert machen. Er wollte damit nicht nur die Herrlichkeit Gottes sondern der ganzen Schöpfung zum Ausdruck bringen. Je näher man vor dem Gebäude steht, desto mehr Details lassen sich ausmachen. Man sollte mindestens eine Stunde einplanen, um die Vielfältigkeit dieser Fassaden in Ruhe bewundern zu können – von der Bronzetür über die Fassade von der Passion Christi bis hin zur dramatisch gestalteten Weihnachtsfassade.

La pedrera von Jaume Meneses   Die berühmte La Pedrera

12:30 Uhr – Wer würde wohl in so einem Haus wohnen?

Auf der Prachtstraße Passeig de Gràcia befindet sich das nächste Gaudí-Werk: La Pedrera, auch bekannt als ’Casa Milà’. Es wurde von einem reichen katalanischen Paar in Auftrag gegeben, das seinen Wohlstand, für den es in den gesellschaftlichen Kreisen der Stadt schon länger berühmt-berüchtigt war, zur Schau stellen wollte. Das Resultat war ein Gebäude mit einer seltsam welligen Form. Die skurrilen Schornsteine, Bogenfenster und schmiedeeisernen Balkone sind überwältigend. Diesen Anblick wird man sein Leben lang nicht vergessen. Auf der Dachterrasse kann man schöne Fotos schießen. In der oberen Etage ist eine restaurierte Wohnung zur Besichtigung freigegeben. Das Espai Gaudí Museum im Erdgeschoss wartet mit einer detaillierten Sammlung über Gaudís Leben und Werke auf.

13:30 Uhr – Zeit für Tapas

Wer La Pedrera besucht hat, stirbt wahrscheinlich gerade vor Hunger. Doch bevor es zum Mittagessen geht, läuft man am besten noch den Passeig de Gràcia hinunter, um sich den ’Manzana de la Discordia’ (’Häuserblock der Uneinigkeit’) anzusehen. Dort befinden sich drei Gebäude von drei berühmten modernistischen Künstlern: Gaudí, Cadaflach und Montaner buhlen hier um die Aufmerksamkeit der Vorübergehenden.

Jetzt wird erst einmal zu Mittag gegessen. Parallel zum Passeig de Gràcia verläuft die von Bäumen gesäumte Flaniermeile Rambla de Catalunya. Auf diesem angesagten Boulevard befinden sich etliche gastronomische Einrichtungen. Ein Mittagessen kostet hier in der Regel nicht mehr als 20 Euro pro Person. Das ’Mesón Cinco Jotas’ serviert zum Beispiel leckeren iberischen Schinken und andere Tapas. Wer seine Tapas lieber in einem moderneren Ambiente genießen möchte, dem wäre das ’Taller de Tapas’ zu empfehlen. An einem schattigen Tisch unter den Bäumen der Rambla de Catalunya kann man sich wunderbar entspannen und den Vormittag Revue passieren lassen.

Parc Guell von flashcurd   Salamander-Brunnen

15:00 Uhr – Ein Spaziergang durch den Park

Wer jetzt denkt, dass Gaudí der Stadt schwerlich noch mehr Prachtbauten hinterlassen haben könnte, der liegt falsch: Eine der beliebtesten Kreationen des Künstlers, der Parc Güell, steht noch aus. Dieser psychedelische Stadtpark erstreckt sich auf gut 15 Hektar und liegt am Stadtrand von Barcelona.

Er ist am besten mit der U-Bahn zu erreichen. Nach dem Mittagessen geht man einfach zur U-Bahn-Station Diagonal und nimmt die Linie 3 bis nach Lesseps. Von dort läuft man ca. 10 Minuten bis zum Parkeingang. Das Parkprojekt wurde von dem exzentrischen Unternehmer Eusebi Güell gesponsert. Ursprünglich war vorgesehen, eine Miniaturstadt für die reichsten Bürger von Barcelona zu errichten. Angesichts dieses ehrgeizigen Vorhabens ist es nicht verwunderlich, dass es nie fertig gestellt wurde.

Heutzutage handelt es sich um einen der beliebtesten Parks in der Stadt. Er verfügt über Mosaikterrassen und –skulpturen, zum Beispiel den Salamander-Brunnen, der mittlerweile schon Kultstatus erreicht hat (hier muss man tatsächlich anstehen, um ein Foto machen zu können). Der Park bietet eine atemberaubende Aussicht auf die Stadt sowie viele ruhige Plätze, an denen man einen entspannten Nachmittag verbringen kann.

17:00 Uhr – Energie tanken auf ruhigen Plätzen

Wer noch Lust auf mehr hat, der kann auf dem Rückweg in die Innenstadt durch das Viertel Gràcia laufen. Dieser Stadtteil steht ganz im Zeichen der Boheme. Hier liegen viele originelle Boutiquen sowie kleine Bars und Restaurants. Die Gegend war einst ein Dorf abseits von Barcelona, bis das Eixample errichtet wurde, das die Altstadt und Gràcia miteinander verband. Bis heute strahlt das Viertel seine ganz eigene Atmosphäre aus und erinnert an eine geschäftige Kleinstadt. Auf den schönen Plätzen treffen sich die Anwohner gerne auf einen Plausch. Hier kann man einen schönen lauen Vorabend genießen und den zweiten Tag dieses Kurztrips noch einmal vor seinem inneren Auge vorbeiziehen lassen.

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2 Kommentare

  1. Evelyne Geckle sagt:

    wenn ihr nicht zu viel laufen wollt, nehmt lieber den KLEINBUS Nr. 116 in der Nähe der Station JOANIC er fährt euch dann direkt zum Haupteingang des Parks!!! Zurück könnt ihr den auch nehmen aber steigt bei der Metro Station LESSEPS aus denn sonst fahrt ihr mit dem Bus ganz lange durch dieses Viertel und die Fahrt gleicht einer Fahrt durch San FRANCISCO! Mir ist es fast schlecht geworden!!!!

    IN Gracà am Platz de la villa de Gracìa empfehle ich das Restaurant BO: es schmeckt SUUUUUUUUUPER!

    • Oh-Barcelona sagt:

      Vielen Dank Evelyne,
      es ist natürlich richtig, dass der Bus Nr. 116 direkt bis zum Haupteingang fährt. Für deinen Restaurant Tipp bin ich dir sehr dankbar, es ist natürlich in erster Linie alles eine Frage des Geschmacks aber da es so viele unzählige Restaurants gibt, die ersteinmal ausprobiert werden müssen, bin ich dir für deinen Tipp sehr dankbar. Wenn du weitere gute Restaurants in Gracia kennst, lass es mich wissen. Vielen Dank!

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