In einer Stadt, die nicht gerade berühmt für ihre vielen Grünflächen ist, fällt der Berg Montjuïc nicht nur auf diese Weise aus dem Rahmen. Mit knapp 215 Metern lässt sich streiten ob es sich wirklich um einen Berg oder nicht doch eher nur um einen Hügel handelt. Fakt ist, dass der Montjuïc die Skyline der Stadt dominiert und daher leicht und oft als Orientierungshilfe dient. Dieser einladende Landstrich mit seinen vielen Parks, Gärten, olympischen Einrichtungen und Museen ist ein besonderer Ort für viele Einwohner und Besucher.
Orientierung
Die östliche Seite des Montjuïcs ist eine steile Klippe, die den Hafen überschaut. Von hier hat man die vielleicht beste Aussicht auf die Stadt. Die lange Küstenstraße Ronda del Litoral verläuft direkt darunter. Die anderen drei Seiten des Berges liegen oberhalb der Stadtteile Poble Sec, Sants und einem Bezirk im Süden, bekannt als Zona Franca (zwischen dem städtischen Hafen und dem Flughafen El Prat).
Montjuïc wurde in seiner Geschichte zweimal komplett landschaftlich neu gestaltet. Das erste Mal für die im Jahre 1929 statt gefundene Weltausstellung, wo der Palau Nacional, der magische Brunnen sowie Poble Espanyol entstanden sind und das zweite Mal für die olympischen Spiele 1992. Viele der olympischen Einrichtungen und Gebäude liegen in der Mitte des Areals von Montjuïc, während die Festung strategisch auf dem Gipfel thront.
Es gibt verschiedene Wege, wie man die Hänge des Montjuïc erreicht. Viele Besucher, die zum ersten Mal auf den Montjuïc wollen, gelangen in der Regel über das Messegelände, zwischen den künstlich gestalteten venezianischen Zwillingstürmen am Plaça de Espanya, hinauf. Von der Parallel U-Bahn Station aus, kann man mit der gewöhnlichen Fahrkarte die Kettenbahn nehmen, die einen bis zur Avinguda Miramar bringt. Wenn Sie sich in der Nähe des Hafens befinden, sollten Sie sich aber für die lustigste und haarsträubendste Transportvariante entscheiden. Nehmen Sie die Seilbahn und schweben Sie über den Hafen bis zum Torre de Miramar.
Seine Nachbarn kennen
Unterkunftsmöglichkeiten in dem Stadtteil Montjuïc befinden sich hauptsächlich in den Straßen südlich der Straße Gran Via, oder aber auch in der Zona Franca, südlich des Hügels. Der eher industrielle Teil hat eine gänzlich andere Identität und Erscheinungsbild,als der Rest der Stadt. Die Anwohner bestehen hauptsächlich aus katalanischen Familien der Arbeiterschicht oder dem Mittelstand, die hier oftmals geboren und aufgewachsen sind. Ein großer Vorteil einer Unterkunft in dem Areal von Montjuïc ist die Nähe zum Flughafen El Prat, welcher südlich liegt.
Die familienfreundliche Option
Das Grün, die Gärten und die offenen Flächen des Montjuïc sind perfekt für Kinder geeignet, die sich nach langen Touren durch die Stadt mal austoben wollen. Sie lieben die Fahrt mit der Seilbahn hoch zur Festung, wo sie auf den Befestigungsmauern herumlaufen und auf Kanonen sitzen können. Das Freiluftmuseum Poble Espanyol (Maßstabgetreue Nachbildungen von Gebäuden, die architektonisch die Regionen Spaniens repräsentieren) ist eine weitere interessante Alternative. Fragen Sie nach dem ‘visita gincana’ am Informationsstand und Sie erhalten den „Pfad der Schatzsuche“ für das Gelände kostenlos. Um 21 Uhr findet die Lichtershow am magischen Brunnen statt, die ein weiterer Hit für Kinder ist. Der magische Brunnen verzaubert aber auch jeden Erwachsenen.
Verkehrsanbindung
Wenn man das Wandern mag, ist der Montjuïc ideal. Hier kann man den Menschenmassen entfliehen, denn viele meiden die oft steilen Hänge und Wege und scheuen den Aufmarsch, so dass es nie überfüllt ist. Zum Glück gibt es aber viele Abkürzungen, die den Aufstieg um einiges erleichtern, so wurden zum Beispiel einige Rolltreppen am Palau Nacional in steile Stücke eingelassen. Diesen Luxus hat man aber nur in Bereichen, die von vielen Besuchern genutzt werden. Es gibt aber Busse, darunter auch der Touristenbus, die einen zu vielen interessanten Punkten bringen.
Die Straßen auf dem Montjuïc wurden hauptsächlich für den Spanischen Grand Prix erbaut und sind daher in einem guten Zustand. Falls Sie hier mit dem Auto unterwegs sein sollten, werden Sie angenehm überrascht sein, da hier kein Verkehrstrubel wie in der Innenstadt herrscht. Jede Attraktion auf dem Montjuïc ist sehr gut ausgeschildert und so findet man sich leicht zurecht. Falls Sie den Berg zu Fuß erkunden wollen, nehmen Sie auf jeden Fall eine Karte mit. Wenn Sie die Festung besichtigen wollen können Sie auch in die Seilbahn (telèferic) hüpfen, die ab der Station auf der Avinguda Miramar fährt. Die Aussicht ist fantastisch und ihre Füße werden es Ihnen danken.
Das Erbe der 1992 stattgefundenen olympischen Spiele ist auf dem Montjuïc durchaus sicht- und spürbar und viele der früheren Sportanlagen reihen sich auf dem Berg aneinander. Wollen Sie sich vielleicht mal in einer ehemaligen olympischen Stätte ertüchtigen? Dann sollten Sie Ihre Badesachen einpacken und das Schwimmbad Piscines Bernat Picornell, direkt neben dem Olympiastadium, besuchen. Es besitzt Innenbecken aber auch ein Außenbecken auf dem Dach und kann daher das ganze Jahr über besucht werden.
Musikkonzerte werden oft im Olympiastadium veranstaltet und es lohnt sich im Programm nach zu schlagen.
Falls Sie im Sommer in der Stadt sind, sollten Sie das Freilichtkino auf der Festung Montjuïc besuchen. Eine riesige Filmleinwand wird die Burgmauer herunter gelassen, auf der Filme im Original Ton gezeigt werden. Unter freiem Himmel lässt sich so ein wunderschöner Sommerabend verbringen.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
Es gibt viel zu viele Sehenswürdigkeiten, als das wir allen gerecht werden könnten. Kunstliebhaber finden hierMuseen der Weltklasse,– das Museu Nacional d’Art de Catalunya (MNAC), wo man katalanische Kunstwerke der letzten 1000 Jahre bestaunen kann und das Fundació Joan Miró. Hunderte seiner Werke sind in dem eigens erbauten Gebäude ausgestellt.
Es gibt viele malerische Gärten auf dem Montjuïc. Der große Jardì Botànic (botanischer Garten) befindet sich etwas höher auf dem Berg und wird daher selten von Touristen besucht. Ein herrlicher Platz für ein Picknick oder eine Pause ist der Laribal Garten, mit seinen großzügigen Blumenbeeten, Gartenlauben und Brunnen. Hier findet man auch immer ein Plätzchen im Schatten, sollte es in der Sonne zu warm werden. Eine regelrechte Wucht ist der Kaktusgarten auf der östlichen Seite des Berges, mit Blick auf den Hafen. Bekannt als der Jardins Mossèn Costa i Llobera, befindet er sich in einer ehemaligen Tongrube, die ihn vor dem kühlen Nordwind schützt. Hunderte verschiedener Arten von Kakteen gedeihen hier und ergeben so ein Spiel aus Formen und Farben. Auch dieses regelrechte Schmuckstück wird von vielen Touristen ignoriert.
Für eine spannende Tour durch Spaniens Dörfer und Regionen bietet sich das Poble Espanyol an. Ein Freiluftmuseum mit original getreuen Modellen typischer Architektur, sowie Kunsthandwerk und Speisen der verschiedenen Regionen des Landes. Es ist darüber hinaus auch als ‘ Stadt der Kunsthandwerker’ bekannt, mit über 40 Werkstätten und Studios. Hier befindet sich auch noch eine der beiden letzten traditionellen Glasbläsereien des Landes. Das Poble Espanyol ist ideal für außergewöhnliche Geschenke und Mitbringsel.
Essen gehen
Montjuïc ist nicht für Nachteulen, die Barcelonas Partyszene erleben wollen, geeignet. Es gibt ein paar nennenswerte Plätze, die sich breit gestreut auf dem Berg verteilen. Falls man auf dem Weg irgendwo einkehren will, sollte man sich vorher darüber informieren wo die Restaurants sind und wie man sie erreicht. Das ganze Gelände ist trügerisch groß und der Weg von einem Punkt zum nächsten kann länger dauern als man denkt.
Ein erstklassiges Restaurant befindet sich in dem 5-Sterne Hotel Miramar, welches imposant auf der östlichen Seite des Montjuïc thront. Das très chic Forestier bietet eine Wahl traditioneller mediterraner Gerichte für anspruchsvolle Feinschmecker. Hier werden die Menüs vom aufmerksamen Personal in luxuriösem Ambiente serviert. Eine gute und doch nicht übertriebene Wahl für ein romantisches Abendessen. Eine Alternative wäre das El Xalet mit einer phänomenalen Aussicht auf die Stadt. Manche sagen, dass die Aussicht über die kleinen Portionen hinweg tröstet. Mit großem Hunger sollte man daher lieber ein anderes Restaurant wählen.
Der Einfluss des Modernismus‘ ist sogar auf dem Montjuïc spürbar. Das La Font del Gat (Brunnen der Katze) befindet sich ein wenig unterhalb des Joan Miró Museums und wurde vom katalanischen, modernistischen Meister Josep Puig i Cadalfach entworfen. Es gibt einen guten Mittagstisch inmitten eines liebevoll und üppig bewachsenen Areals. Der Brunnen selbst ist eher bescheiden gestaltet.
Wenn man in der Nähe der Festung ist, sollte man einen 20 minütigen Spaziergang entlang der Klippe in Kauf nehmen. Der Weg Camí del Mar führt einen in ein kleines mit Pinien bewachsenes Tal, in dem das Freiluft Café Caseta del Migdia liegt. Live-Musik begleitet den Grill, auf dem Würstchen, Hühnchen und Maiskolben brutzeln. Es gibt auch einen Picknickbereich mit viel Platz für tobende Kinder.
Oder Sie können es wie die Einwohner machen und den Picknickkorb packen und sich auf eine der vielen grünbewachsenen Hänge setzen. Es gibt einfach keinen besseren Ort, von dem man die glitzernde Stadt aus der Vogelperspektive bestaunen kann. Sekt aus Plastikgläsern und eine Tortilla runden das ganze ab.
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