Raval geht ein Ruf voraus. Westlich der Ramblas gelegen, ist es wohl der Stadtteil in Barcelona, über den am häufigsten diskutiert wird. Falls man sich vor seiner Anreise über Barcelona informiert hat, kann es gut sein, dass man auf Warnungen trifft, die sagen das Raval fragwürdig oder sogar gefährlich ist. Dazu muss man sagen, dass Raval vielleicht nicht für jeden geeignet ist. Die Straßen sind oft laut, hektisch und manchmal heruntergekommen. Aber was ist das Gute an diesem umstritten Bezirk?
Mit der Zeit gehen
Es kommt wirklich nur darauf an, was man von seinem Aufenthalt erwartet und womit man sich wohlfühlt. In Sachen Nachtleben ist Raval unerreicht und die zentrale Lage trägt erheblich dazu bei. Früher einmal berühmt als Rotlichtviertel (zumindest in Hafennähe), wurden in den letzten Jahren viele nötige Gentrifizierungsmaßnahmen durchgeführt. Vielmehr hat der Bezirk aus seinem fragwürdigen Ruf eine Tugend gemacht – das neu erfundene Verb ‘ravalear’ soll spielerisch darauf hinweisen, dass Raval immer bestrebt ist Trends zu setzen.
Seine Nachbarn kennen
Raval ist ein Schmelztiegel verschiedener Kulturen und man kann den Einfluss von fremden und einheimischen Bräuchen auf den Straßen sehen. Es ist ein Magnet für Leute aller Gesellschaftsschichten, die sich hier in den letzten Jahrzehnten angesiedelt haben. Auch viele junge Katalanen leben in Raval, angezogen von den niedrigeren Mieten.
Vintage Produkte
Schicke Boutiquen und Second-Hand Läden findet man zuhauf. Viele der Geschäfte sind klassisch-altmodisch sowie einzigartig und es ist leicht ein Unikat zu finden, das auffällig und außergewöhnlich ist. Wenn man Lebensmittel braucht, stehen einem viele kleine Supermärkte (viele führen spezielle Produkte, die auf verschiedene ethnische Gruppen ausgerichtet sind), die in der Regel noch bis spät abends geöffnet haben , zur Verfügung. Ein großer Vorteil bietet der wunderschöne, direkt an den Ramblas gelegene, Boquería Markt und der weniger bekannte Sant Antoni Markt. Hier ist die Auswahl an frischen Produkten grenzenlos.
Verkehrsanbindung
U-Bahn Stationen finden sich geradezu an jeder Ecke an den Rändern des Stadtteils – im Süden befindet sich Drassanes, im Osten Liceu, direkt auf den Ramblas, nördlich liegt Universidad und im Westen befinden sich Sant Antoni und Paral•lel. Durch die Lage Ravals, mit den Ramblas auf der einen und dem Hafen auf der anderen Seite, ist man nie weit entfernt von den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Barcelonas. Viele der Straßen (besonders nah des Ramblas) sind verkehrsberuhigt, so dass man sich gut zu Fuß bewegen kann.
Lassen Sie sich bloß nicht des Rufes wegen von Entdeckungen abhalten. Viele der Straßen, besonders gen Norden, sind gut beleuchtet und leicht zu Fuß zu erkunden. Taschendiebe treiben hier gerne ihr Unwesen, also bitte vernünftige Maßnahmen ergreifen.
Sehenswürdigkeiten in der Nähe
In Raval findet man einige touristisch interessante Plätze und Sehenswürdigkeiten. Am Hafen liegt das imposante Schifffahrtsmuseum (die Dauerausstellung ist bist 2012 geschlossen) und im Norden das berühmte Museu d’Art Contemporani de Barcelona (MACBA), Museum der modernen Kunst. Die wenig bekannte Kirche Església de Sant Pau del Camp ist das älteste Gotteshaus Barcelonas. Es kann auch wieder der Palast Güell (Palau Güell) besucht werden. Er wurde von Antoni Gaudí entworfen und ist ein UNESCO Weltkulturerbe. Oft wird der Palast von Touristen übersehen, dabei ist er ein Highlight der modernistischen Architektur mitten in Raval.
Essen gehen
Durch seine multikulturellen Einflüsse ist die große Anzahl an ethnischen Restaurants nicht verwunderlich. Pakistanisch, Indonesisch, Arabisch...hier findet man alles, auch gute einheimische katalanische Küche. Falls Sie Vegetarier sind, gibt es gerade in Raval eine große Auswahl an Lokalitäten. Eines der am längsten existierenden, vegetarischen Restaurants ist das Biocenter, das gute Portionen in entspannter Atmosphäre anbietet. Nah dem MACBA liegt das Mama Café, ein mediterranes Restaurant, das nicht nur vegetarische Gerichte anbietet sondern auch eine große Auswahl an Fleischgerichten zaubert. Eine tolle Wahl für einen Sonntagsbrunch ist das Marmelade, das vielleicht besser als swingende Cocktail Bar bekannt ist. Wir empfehlen auch das El Mesón David, wo man nach halb zehn definitiv um einen Tisch kämpfen muss, da dieses Restaurant auch viel von Anwohnern frequentiert wird. Die entspannte willkommene Atmosphäre und die guten Preise machen es zu einem Highlight.
Ideal für eine Kneipentour
Die vielen Bars sind vielleicht der Grund warum Sie in diesem Viertel wohnen wollen. In der Tat ist die Liste schier unendlich. Wenn Sie standhaft sind, besuchen Sie die Marsella Bar. Eine staubige alte Bar, die schon von Picasso, Gaudí und Dalí gemocht wurde, und in der es den besten Absinth gibt. Ein weiterer Raval-Klassiker ist die marokkanisch dekorierte Bar La Concha. Ein Muss wenn man eine arabische Wasserpfeife rauchen will. Wenn man australische Gelassenheit mag (ganz zu Schweigen von tollen Cocktails und Hamburgern), ist die Betty Ford, auf der quirligen Straße Joaquin Costa, genau das richtige. Für eine alternative, schwulen-freundliche Atmosphäre steht die Bar La Penúltima. In der kitschig eingerichteten Bar herrscht immer eine gute Stimmung. Das „geheime“ Barrestaurant Sifó hat einen unkonventionellen Charakter und um 23 Uhr werden hier die Tische hochgestellt um einer Tanzfläche Platz zumachen.
Spät in der Nacht – Raval-Style
Einige sagen das Raval nachts erst richtig wach wird. Elektro- und Technomusik Fans werden das Moog lieben. Es liegt direkt an der Ramblas und ist praktisch jede Nacht im Jahr geöffnet. Ein weiterer Kellerclub ist das beliebte 7Sins, das mit seinen Themenabenden für ein abwechslungsreiches Programm sorgt.
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